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Studie zum Rauchen reduzieren und aufhören

Rauchen erst langsam reduzieren und dann aufhören funktioniert

Die Pharmazeutische Zeitung (PZ, die Zeitschrift der deutschen Apotheker, Ausgabe 44, Jahrgang 2010) berichtet in ihrem Artikel, mit dem Titel: „Raucherentwöhnung: Schrittweise rauchfrei“ über eine Metastudie zur Reduktionsmethode, um mit dem Rauchen aufzuhören. Diese Metastudie hat die Ergebnisse von anderen Studien zur langsamen Nikotinentwöhnung ausgewertet. An den Studien waren insgesamt 3760 Raucher/innen beteiligt. Das Ergebnis dieser Untersuchung war die Feststellung, dass es bei einer Nikotinentwöhnung durchaus hilft, das Rauchen erst langsam zu reduzieren und dann aufzuhören. In drei von 10 Studien wurden Medikamente zur Nikotinentwöhnung verabreicht, bei den anderen Studien kamen Verhaltensunterstützung und Selbsthilfetherapien zur Rauchentwöhnung zur Anwendung.

Es wird betont, dass die Sofort-Stopp-Methode nicht mehr als das Nonplusultra bei der Raucherentwöhnung angesehen wird, und dass die Reduktionsmethode (Reduktiontherapie zur Nikotinentwöhnung) eine gute Alternative darstellt. Als Schlussfolgerung stellte die Studie fest, dass es Rauchern/rinnen freigestellt werden sollte, welche Methode zur Raucherentwöhnung angewendet werden sollte. Entweder das Rauchen langsam reduzieren und dann aufhören oder das abrupte Aufhören. Sie lassen es in der Studie offen, welche Methode für welche speziellen Gruppen von Raucher/innen besser geeignet ist. Sie schaffen für die zukünftige Forschung lediglich Grundlagen.

Kommentar: In allen Studien, auch in dieser Metaanalyse, bleibt der wesentliche Faktor – die Stärke der Abhängigkeit – unberücksichtigt. Es ist für Raucher/innen, die wenig rauchen, wesentlich leichter aufzuhören als für starke oder sehr starke. Je stärker die Abhängigkeit, desto stärker ist die Sucht. (Alle Quellen zu diesen Aussagen, findet ihr in meinem Nichtraucher Buch: Mit dem Rauchen aufhören ohne Qual!) Es fällt starken Raucher/innen auch schwerer aufzuhören, weil die Entzugserscheinungen wesentlich stärker sind. Wenig-Raucher/innen können eher sofort aufhören als Viel-Raucher/innen, für die eine Reduktionsmethode besonders gut geeignet ist. Diese Tatsache sollte in zukünftigen Studien zu Raucherentwöhnungsmethoden beachtet werden.

Die Möglichkeit das reduzierte Rauchen, also die Reduktionsmethode, mit einem Nikotinersatzstoff zu kombinieren und so die Raucherentwöhnung zu unterstützen, war eine ganz neue Erkenntnis. In der Praxis wird dann das Rauchen reduziert, indem die Pausen zwischen den Zigaretten immer weiter ausgedehnt werden. Die "Nikotinersatzpräparate", wie z.B. Nikotinpflaster, Nikotinkaugummis oder Nikotinsprays sollen dann eine zusätzliche Hilfe bieten, diese Pausen zwischen dem Zigarettenrauchen noch weiter auszudehnen.

Kommentar & Erfahrungen: Normalerweise steht in den Beipackzetteln der Nikotinersatzstoffe, dass z.B. Nikotinpflaster nicht getragen werden sollen, wenn Zigaretten geraucht werden. Aus diesem Grund kommt man gar nicht auf die Idee, beides gleichzeitig oder kurz hintereinander zu verwenden. Der Nikotinspiegel im Blut kann vermutlich stark ansteigen, und entsprechende Symptome herbeiführen. Das wird auch bei Nikotinkaugummis und -sprays nicht anders sein. Als ich mal vergessen hatte, das Pflaster abzunehmen, um eine Zigarette zu rauchen, konnte ich aber kaum einen Effekt bemerken. Die Zigarette war etwas stärker zu spüren. Kreislaufprobleme hatte ich nicht. Andererseits ist diese Idee auch nicht ganz so neu, weil Raucher/innen, die z.B. im Kino oder auf langen Bahnfahrten nicht rauchen dürfen, notgedrungen zum Nikotinersatzstoff greifen.

Wenn normalerweise jede Stunde eine geraucht wird, und jede zweite Zigarette durch Nikotinspray oder -kaugummis ersetzt wird, wurde eine Reduzierung um 50 Prozent erreicht, mit 9 Zigaretten am Tag, statt 18. Das ist akzeptabel, weil es besser ist weniger zu rauchen als viel. Auf der anderen Seite, und dass kann bei allen Raucher/innen auch etwas anders sein, kann es besser sein, den Nikotinentzug kontrolliert durchzustehen. Der Nikotinspiegel im Blut sinkt in 30 Minuten um die Hälfte, (alle Quellen in meinem "Rauchen aufhören Buch": Mit dem Rauchen aufhören ohne Qual!) nach einer Stunde ist nur noch ein Viertel des Nikotins vorhanden. Es wäre auch nicht mehr so schwer, durch ein Verzögern oder Verschieben des Rauchens, und damit Reduzieren den Schwellenwert noch weiter abzusenken, an dem sich die Sucht "meldet" und das Rauchverlangen ansteigt. Ein Nikotinersatzstoff ist nicht unbedingt nötig.

Es ist das Ziel, immer weniger zu rauchen, bis gar nicht mehr geraucht wird. Das geht, indem die Zeit zwischen dem Zigarettenrauchen immer weiter ausgedehnt wird. Am Anfang beträgt diese Zeitspanne, je nachdem wie viel geraucht wird, noch eine halbe bis ganze Stunde, am Ende sind es mehrere Stunden zwischen den gerauchten Zigaretten. Da diese Spanne sowieso immer größer wird, und so gut wie möglich verkraftet werden muss, sind Nikotinersatzstoffe nicht unbedingt nötig. Andererseits steigt man lediglich von den Zigaretten auf Nikotinersatzstoffe um, was für einige auch eine Alternative zum Zigarettenrauchen sein kann. Es ist natürlich besser ganz ohne Nikotin zu leben, und am besten wird dies ohne Umwege in die Tat umgesetzt. Ich hatte Probleme mir der Dosierung des Nikotins bei Nikotinpflastern und Nikotinkaugummis. Nikotinkaugummis hatte ich später nicht mehr so gut vertragen.

Quellen:

»www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-442010/schrittweise-rauchfrei»
(Sekundärquelle abgerufen am 08.03.2020)

Originalquelle (Englisch):

Deutsche Übersetzung des Titels: Vergleich zwischen der Reduktionsmethode und der Sofort-Stopp-Methode für die Raucherentwöhnung

Reduction versus Abrupt Cessation in Smokers Who Want to Quit. Lindson, Aveyard, Hughes; IN: The Cochrane Library 2010, Issue 3; Art. No.: CD008033. DOI: 10.1002/14651858.CD008033.pub2

»www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD008033.pub3/full»
(Originalquelle, abgerufen am 08.03.2020)

Alle untersuchten Studien unter:
»www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD008033.pub3/references»
(Originalquelle, abgerufen am 08.03.2020)



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